Gestalttherapie

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Psychotherapie, Trauma- und Gestalttherapie, Hypnose, Ego-State-Therapie, Coaching,

Lebensberatung, kreative Paar- und Beziehungstherapie

Gestalttherapie

  • Woher kommt die Gestalttherapie?
  • Worum geht es in der Gestalttherapie?
  • Was sind offene Gestalten?
  • Was geschieht in der Gestalttherapie?
  • Wen spricht die Gestalttherapie an, für wen ist sie gut?

 

Wer sind die Begründer der Gestalttherapie:

 

Neben den Hauptgründern Fritz und Lore Perls, muss der Schriftsteller Paul Goodmann und der Gestaltpsychologe Ralph Hefferline erwähnt werden. Sie haben mit Perls zusammen 1951 das grundlegende Theoriebuch zur Gestalttherapie geschrieben. So wie viele andere noch, die nicht alle erwähnt werden können.

Fritz Perls geb. 08.07.1993 in Berlin, er studierte Medizin und wurde Psychiater. Er lernt die Psychoanalyse kennen, die große Bedeutung für die Gestalttherapie bekommt. Perls setzt sich sehr kritisch mit den Konzepten dieser Therapieform auseinander und entwickelt die Gestalttherapie.

Lore Perls geb. 1905 in Pforzheim, Studium Beginn Jura, Wechsel zu Psychologie und Philosophie. Sie schließt sich nach der Psychoanalyse ebenso der Gestalttherapie an.

 

Worum geht es in der Gestalttherapie?

 

Gestalttherapie sieht Körper-Geist-Seele nicht als jeweils einen Teil, sondern als Einheit. Der Mensch wird als ein selbstregulierender Organismus im Kontakt mit seiner Umwelt gesehen. D.h. unter normalen Umständen, ist der Mensch durch seine Selbstregulation in der Lage zufrieden mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten. Störungen des Verhaltens oder der Befindlichkeit sind auf die Blockierung dieser Selbstregulation im Kontakt mit der Umwelt zurückzuführen.

Gestalttherapie ist eine Methode, die bei der Auflösung dieser Blockaden hilft. Es wird mit dem Gewahrsein welches im Hier- und Jetzt in den Vordergrund tritt, gearbeitet. Das Ziel ist, auf diese Weise vorhandene Ressourcen zu erkennen und frei zu legen, damit wird der kreative Kontakt der Menschen mit ihrer Umwelt gefördert.

Gestalttherapie ist nicht nur einfach eine Therapieform für seelische oder psychosomatische Störungen, sondern kann auch die Persönlichkeitsentfaltung gesunder Menschen sinnvoll fördern. Gestalttherapeutische Methoden zielen hierbei auf die Intensivierung des Gewahrseins im Hier und Jetzt, auf die Klarheit der Wahrnehmung und auf die Förderung des Gefühlserlebens und Gefühlsausdrucks. Dadurch wird die Offenheit und Wachheit in einem zufriedenen Kontakt mit der Umwelt wiederherstellbar und führt zu einem eigenverantwortlichen sinnvollen handeln.

 

Offene Gestalten:

 

Vielleicht kennen Sie das... Nach Vollendung des Tageswerks setzen Sie sich auf Ihren Lieblingssessel und möchten entspannen. Es passiert nur zu oft, dass plötzlich alles zum Vordergrund wird, was am Tag nicht erledigt werden konnte. Es ist noch so viel übrig, was zu tun wäre. Das Gedankenkarussell beginnt sich zu drehen.

Eine kleine Anekdote von Franz Schubert dem Komponisten:

Er saß abends in seinem Sessel und hörte seinen Nachbarn Klavier spielen. Dieser hörte jedoch mit dem Stück auf, ohne den letzten Ton zu spielen. Worauf Franz Schubert empört an die Tür des Nachbarn klopfte, um Einlass bat, wortlos zu dessen Klavier ging um den letzten Ton zu spielen. Unabgeschlossene Gestalten lassen uns nicht zur Ruhe kommen, es entstehen Gefühle der Ruhelosigkeit, Disharmonien, Unzufriedenheit in schlimmen Fällen Depressionen oder somatische Störungen. Sicherlich wäre Franz Schubert nicht krank geworden, wenn er diesen letzten Ton nicht gespielt hätte. Es geht um die Menge und des Schweregrades der unerledigten Dinge. So gibt es auch nicht abgeschlossene Situationen z.B. aus der Kindheit, oder aus schlimmen Erfahrungen. Vielleicht speichern und nähren wir den Hass auf eine bestimmte Person, die uns sehr enttäuscht oder verletzt hat, über Jahre hinaus. Solche unabgeschlossenen Gestalten hindern uns auf eine uns meist nicht bewusste Weise daran, mit unserer Energie und Aufmerksamkeit gegenwärtig zu sein, was sich z.B. im "Tagträumen" wieder spiegelt. Wir sind nicht bei der Sache, dadurch vergessen wir Dinge, hören dem anderen nicht richtig zu. Und fühlen uns fortwährend unzufrieden. Wir kommen zur Ruhe, wenn wir alles erledigt haben, oder uns damit abfinden, dass es noch erledigt werden muss, es aber im Moment nicht möglich ist.

 

Was geschieht in der Gestalttherapie:

 

  • Es werden die Störungen der Selbstregulation bearbeitet. Die Störungen entstehen oftmals durch Vermeidungsmechanismen.
  • Auflösung der Vermeidungsverhalten, die i.d.R. durch Introjektion entstehen
  • Steigerung der Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Bearbeitung von Kontaktstörungen
  • Es wird phänomenologisch gearbeitet, d.h. es wird mit dem, was konkret im Vordergrund des Gewahrseins steht gegangen.
  • Es wird existenziell gearbeitet, was bedeutet: Die Konzentration wird auf das Hier- und Jetzt fixiert. Welche Auswirkung hat die Vergangenheit auf heute.
  • Gestalttherapie will nicht verändern, sondern freilegen, was da ist: Werde, der du bist!
  • Förderung des Eigenverantwortlichen Handeln
  • Unterstützung der Bewusstwerdung innerer Prozesse, fördert die Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse und Empfindungen
  • Bearbeiten der Kontaktfunktionen, mit sich und anderen in Verbindung – Kontakt gehen „das Ich wird am Du zum Ich“ (Martin Buber)

 

Methoden:

 

  • Rollenspiele: mit Figuren oder Leerer Stuhl
  • Malen: Ausdrucksmalen, Gefühle im Bild darstellen
  • Experimente: ausprobieren wie fühlt sich das an? Über- oder Untertreibungen
  • Mimik, Gesten, Pantomimen
  • Imaginationsreisen
  • Collagen erstellen
  • Modellieren
  • Stimmausdruck
  • Wahrnehmungsübungen, Gewahrsein aller Gefühle
  • Finden und Verwirklichung der eigenen Potentiale

 

Für wen ist Gestalttherapie gut?

 

Sie ist für jeden geeignet, der seine Persönlichkeit weiter entwickeln möchte und einfach neugierig ist, welche Ressourcen noch in ihm stecken.

Ein breites Spektrum von psychischen Störungen und psychosomatischen Erkrankungen kann hier bearbeitet werden.

Akute Psychosen müssen in einer Klinik behandelt werden.